Glossar

PUR

Andere Bezeichnungen sind PUR-Lack oder DD-Lack (benannt nach den Markennamen der ersten Bindemittel für Härter und Lackharz: Desmodur/Desmophen). Die Abkürzung PUR steht für die Bezeichnung des "Kunststoffes", der bei der Aushärtung entsteht: Polyurethan.

PUR-Lacke sind wie die NC-Lacke universell einsetzbare Oberflächenmaterialien. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass es sich hierbei um ein Zweikomponenten-System handelt. Dies bedeutet, dass nach der exakten Zugabe einer definierten Härtermenge die Lack-Härter-Mischung nur eine bestimmte Zeit ohne Qualitätseinbußen verarbeitungsfähig ist (=Verarbeitungszeit). Danach wird die Mischung durch die chemische Reaktion so verändert, dass sie nicht mehr ohne Modifizierungen zu verarbeiten ist. (Die Zeit vom Ansatz der Lack-Härter-Mischung bis zu diesem Zeitpunkt bezeichnet man als Topfzeit). Der Festkörpergehalt liegt je nach Art des Lacksystems zwischen ca. 20 und 70%. Dies ist immer noch ein relativ hoher Lösungsmittelanteil.

Die Trocknung von PUR-Lacken erfolgt zunächst physikalisch durch Abdunsten der Lösungsmittel und anschließend chemisch durch Polyaddition zwischen Harz und Polyisocyanat ohne Abspaltung von Nebenprodukten.

Der getrocknete und ausgehärtete Lackfilm ist lösemittelfest und widerstandsfähig gegen viele chemische und mechanische Einflüsse. Daher sind PUR-Lacke geeignet für stark beanspruchte Oberflächen wie Küchen-, Bad- und Büromöbel sowie Tischflächen.

 

 

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